Ein Gedicht von Michelangelo
Bild: © Marlene Blahusch
Dieser Text von Michelangelo hat mich tief berührt.
„Es sandte mir das Schicksal frühen Schlaf.
Ich bin nicht tot, ich tauschte nur die Räume.
Ich leb in euch, ich geh durch eure Träume, da uns, die wir vereint,
Verwandlung trag.
Ihr glaubt mich tot.
Doch: dass die Welt ich tröste, leb ich mit tausend Seelen weiter dort, im Herzen der Freunde.“
[Michelangelo, 1475 - 1564]
Die Vorstellung, dass mein Kind nur „die Räume getauscht“ hat, dass es nicht ganz verschwunden ist, ist unendlich tröstlich für mich. Der Tod ist kein endgültiger Abschied. Die Verbindung zu meinem Kind ist weiterhin da. Ich kann die Untrennbarkeit unserer Beziehung spüren. Er lebt in uns, solange wir uns erinnern, solange er „durch unsere Träume geht“.
Der Tod ist keine endgültige Trennung. Erinnerungen, die zu Lebzeiten geknüpft wurden, verblassen nie wirklich. Ich glaube fest daran, dass er Spuren auf dieser Welt hinterlassen hat, dass sich auch andere Menschen an ihn erinnern.
Mein Kind ist weiterhin in meinem Herzen, in meinen Gedanken und in meinen Träumen.
Er wird immer bei uns sein, solange wir die Erinnerung an ihn lebendig halten.